Other Fantasies
Johannes Davies und Sophie Gruber
Vernissage: 07.04.2026, 19:00
Exhibition: 08.04. - 02.05.2026
Galerie Nothburga, Innrain 41, 6020 Innsbruck
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Einführung: Dr. Maria Schuchter
Kuratierung: Elisabeth Ehart-Davies

Was erzählen Zukunftsspekulationen über uns Menschen? Was sagen die Eigenschaften, die wir Technologien zuschreiben, über unsere eigenen Bedürfnisse und Wünsche aus? Unsere impliziten Ideen und Erzählungen über die Zukunft geben vor, wie sich unsere realen Technologien und unser Zusammenleben entwickeln. Wir Menschen streben nach Kontrolle, danach, Maschinen nach unserer Vorstellung zu formen. Gleichzeitig fehlt es uns nicht an fiktiven Erzählungen, in denen intelligente Maschinen die Überhand gewinnen und die Macht ausnutzen, die wir ihnen zuvor übertragen haben.
Die Kunsthistorikerin Chus Martínez beschreibt den menschlichen Wunsch zu dominieren, sowie die menschliche Furcht vor einem Szenario, in dem unsere technologischen Erzeugnisse uns in Hinblick auf Destruktion und Unterdrückung über den Kopf wachsen. Sie schlägt vor, dass wir andere Fantasien nutzen, um uns einer Realität anzunähern, in der wir tatsächlich leben wollen. Fantasie, so Martínez, erlaubt uns eine Annäherung an eine Welt, die wir uns vorstellen, die wir aber noch nicht realisieren können. Fiktion, das zweite Werkzeug der Wahl, bildet eine Brücke von der Gefühlswelt und Vorstellungskraft eines Individuums zum nächsten.
Welche Fantasien prägen unsere Welt in der Gegenwart, und wie könnten andere, neue Fantasien aussehen, die uns eine Welt visualisieren lassen, in der empathische Bande geknüpft, Gemeinschaften gebildet und mehr-als-menschliche Populationen geachtet werden?
Diesen Fragen widmet sich die Ausstellung Other Fantasies von Sophie Gruber und Johannes Davies. Davies’ Auseinandersetzung mit Überwachung, Repression und Kontrolle bildet die uns vertraute Richtung technologischer Weiterentwicklung ab, in der Gesellschaften gläserner und fremdgesteuerter werden. Gruber strebt in ihren eskapistischen Arbeiten danach, eine Welt abzubilden, die völlig frei von menschlicher Beeinflussung ist und die sich bereits vom Anthropozän erholt hat. Beide suchen in ihrer Kunst nach Möglichkeiten, Technologien einzusetzen, um eben deren Rolle zu hinterfragen, kritische und unerwartete neue Szenarien zu schaffen. So entstehen Parallelwelten in Computerprogrammen, die aus dem Alltag einer Überwachungskamera erzählen, das Gefühl von Sicherheit in Klang übersetzen oder die Form ungestört glatter Seen einnehmen, auf deren Oberfläche das Licht virtueller Sonnen glitzert. In der Ausstellung werden Rauminstallationen (Keramik, Textilien, Sound), Zeichnungen und Drucke digitaler Arbeiten gezeigt.